WIR FEIERN ANDERS.

WIR RÄUMEN DIE KIRCHE AUS.

WIR LIEBEN POP UND GROSSE FRAGEN.

WIR GLAUBEN, DASS GEBETE DIE WELT RETTEN KöNNEN.

Was Ist eine
Wohnzimmer­kirche?

Alle sechs Wochen stellen wir unsere Kirche auf den Kopf. Wir tragen Sofa und Stehlampen rein. Wir feiern und singen miteinander, trinken Brause oder Bier und spüren die Kraft von Gebeten. Und weil Hamburg ziemlich weit oben im Norden ist, gibt’s unsere Wohnzimmerkirche ein paar Tage später immer auch live auf Instagram.

Als erstes fliegen die Bänke raus. Wir tragen ein Sofa rein und hängen eine Lichterkette auf. Stühle, Sessel, kleine Tische. Und Stehlampen! Wir holen die Welt rein und machen aus der Kirche ein Wohnzimmer für alle. Einen Ort, an dem wir uns zuhause fühlen. An dem wir so feiern, wie wir es mögen.

In der Mitte steht der Fragomat. Das ist ein alter Kaugummiautomat, den wir mit Fragen füllen. Die sind groß und manchmal kratzig, sie öffnen den Kopf. Wir suchen nach neuen Worten für alte Geschichten. Es gibt kein Vaterunser, weil das nun mal dazugehört. Die Bibel klingt bei uns nach Tagebuch. Wir sitzen in kleinen Gruppen, Kerzen flackern, jemand holt sich ein Bier. Irgendwann gibt es Brot und Käse und die Kirche summt wie ein Bienenkorb, weil alle mit allen reden.

Wir singen Lieder von Clueso oder was neu Gedichtetes. Die Orgel hat heute Abend frei. Wir probieren aus, wie das sein könnte: eine Kirche, die in unser Leben passt. In der wir berührt werden und berühren. Wenn wir am Ende „Lights will guide you home“ singen, ist das ein Gänsehautmoment, nicht weniger als ein Gebet.

Für viele sind die Abende in der Christianskirche Gottesdienste zwischen Kneipe und Kirchentag, wir sagen einfach Wohnzimmerkirche.

Wow,
Darf ich mal?

Wir lieben große Fragen – du auch? Dann zieh dir ein paar und klick drauf:

Bist du lieber Anfänger*in oder Fortgeschrittene?

Bist du lieber Anfänger*in oder Fortgeschrittene?

Was würdest du dich gerne mal trauen?

Wovon träumt Gott?

Was ist dir heilig?

Wann hast du das letzte Mal etwas riskiert?

Woran zweifelst du?

Wie viele Lieben passen in dein Leben?

Wo findest du ein Stück Himmel?

Warum bist du hier?

Woher Kommt
Die Idee?

Hand aufs Herz: In welche Gottesdienste würden wir selber gehen? Und würden wir unsere Freundinnen oder Nachbarn dorthin mitnehmen? Wir haben uns zum Frühstück getroffen und darüber diskutiert. Bis wir eine Idee hatten, die wir ausprobieren wollten.

Am Anfang war die Sehnsucht. So zu glauben, dass es sich echt anfühlt – das muss doch gehen, oder? Wir wollten danach fragen, was Gott mit unserem Alltag zu tun hat. Warum wir uns neben Netflix und Yoga-Kursen, trotz Kindern und Selbstverwirklichung immer noch nach etwas Anderem sehnen.

Am Anfang war die Sehnsucht, keine Phrasen zu hören, nicht mal, wenn sie schön sind. Wir wollten unsere Sätze in der Mitte abbrechen können und hören, wie andere sie fortführen. Wir hatten Sehnsucht nach Liedern, deren Texte von unserem Leben singen, vom Heute. Lieder, in denen wir Gott finden, ohne dass ihn jemand reingedichtet hat.

Also haben wir zusammen gefrühstückt und diskutiert. Mehr als ein halbes Jahr lang. Bis wir klar hatten, dass wir Kirche zuallererst für uns selbst machen wollen. Weil man das, was uns selber berührt, am besten weiterempfehlen kann. Wir wollten Pop und große Fragen, wollten miteinander satt werden und auf die Kraft von Gebeten wetten. Dann ging es los. Zuerst analog, seit der Pandemie auch digital.

Wer steckt
dahinter?

Alle, die mitfeiern. Und wir: David, Susanne, Jan, Maja, Matthias, Lars. Manchmal laden wir uns dazu Menschen ein, die anders denken und was anderes können als wir.

Lars: Ich mag Wohnzimmerkirche, weil die Musik immer erfrischend und die Stimmung einfach besonders ist. Ich bin Berufsmusiker und liebe es, mich in verschiedenen Genres zu bewegen. larshansenbass.de

Maja: Ich mag Wohnzimmerkirche, weil ich gerne spiele. Zum Beispiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder „Schnick, Schnack, Schnuck“. Mit hundert Leuten macht das besonders viel Spaß! Mit den anderen aus dem Team sitze ich gerne bei leckerem Essen zusammen und denke über kleine Antworten auf große Fragen nach. Und ich singe gerne Lieder von Bosse. Am liebsten, wenn Jan und Lars sie spielen. Ich studiere Soziale Arbeit, mag es mit Jugendlichen zusammen zu arbeiten und setze mich politisch für ihre Interessen ein. @majaa_rr

Jan: Ich mag Wohnzimmerkirche, weil ich mich jedes Mal auf die Leute im Team freue, auf das gemeinsame Diskutieren, Zuhören, Austauschen, Fantasieren. Ich mag, dass ich tolle Lieder spielen darf, von denen ich vorher einige noch nicht kannte. Und ich mag, dass ich am Morgen nach der Wohnzimmerkirche schwebe, egal wie spät es am Abend vorher geworden ist. Ich bin Popularkirchenmusiker bei st. moment und an anderen Orten sowie Toningenieur; ich musiziere, komponiere, lehre und suche immer nach dem richtigen Sound. @kessler697

Susanne: Ich mag Wohnzimmerkirche, weil ich glaube, dass Gott nicht im 18. Jahrhundert hängen geblieben ist. Ich mag es, zusammen zu denken, zu fragen und zu zweifeln. Und nicht so zu tun, als wüssten wir schon alles. Ich mag Räume, die warm sind, weil die Herzen strahlen. So ein Raum ist die Wohnzimmerkirche für mich. Ich bin Autorin und Geschichtenerzählerin. Ich schreibe Bücher und liebe es, mit anderen unterwegs zu sein. Auf Schreibreisen und -seminaren gebe ich Impulse für neue Ideen und unverbrauchte Worte. @susanneniemeyer

Matthias: Ich mag Wohnzimmerkirche, weil ich unser Team so mag. Und weil wir versuchen, Ideen zu Ende zu denken. Ich mag es, alles zu proben und dann gemeinsam zu feiern. Mit Lampenfieber und Spontanität, weil die Leute, die kommen, das Ganze dann mit Leben füllen. Ich bin Pastor an der Christianskirche, Autor und Supervisor und immer neugierig, auf das, was so geht. In der Kirche und überhaupt. @matthias_lemme

David: Ich mag Wohnzimmerkirche, weil in der Planung so viele unterschiedliche Ideen entstehen. Und natürlich die Abende selbst, wenn wir mit vielen Menschen zusammen feiern. Meistens sagt an dem Abend dann jemand einen besonderen Satz, oder eine Textzeile geht mir so zu Herzen, dass mich der Gedanke dann in die nächste Woche begleitet. Ich arbeite in einem offenen Jugendtreff in HH-Mümmelmannsberg. Oft bringe ich den Jugendlichen ein paar der „großen Fragen“ aus der Wohnzimmerkirche mit – und die haben nochmal speziell gute Antworten. @David_jetzt

Wie genau geht das?

Manche Fragen werden uns immer wieder gestellt. Kommt gern vorbei, feiert mit, dann können wir uns austauschen. Mittlerweile gibt es Wohnzimmerkirchen auch anderswo, einen Einblick darüber, wie wir es machen, gibt’s auch unter @wohnzimmerkirche auf Insta.

Wir haben das mit den Zielgruppen schnell sein gelassen. Beziehungsweise haben wir einfach in den Spiegel geschaut: Wonach haben wir Sehnsucht? Damals waren wir zwischen 23 und 46 Jahre alt. Heute kommen Menschen von 6 bis 96 zu uns, die meisten aus dem Großraum Hamburg, andere reisen von weiter an. Wir freuen uns riesig über alle, die da sind. Auf Instagram ist die Welt weiter, da sind auch schon mal Leute aus London oder Zürich dabei – das ist jedes Mal aufregend und neu.

Wir treffen uns zur Vorbereitung zweimal für je drei Stunden. Klar, dass es auch bei diesen Treffen Kaffee und Franzbrötchen gibt. Wir sammeln Ideen, suchen biblische Anker, wir erzählen uns, was wir selber glauben und welche Fragen wir haben. Wir spielen uns Lieder vor, die wir gerne singen würden. Zuhause schreiben wir Texte und besprechen sie beim zweiten Treffen.
Am Wohnzimmerkirchen-Freitag bauen wir morgens die Kirche um, nachmittags bereiten wir das Essen vor (meistens Käse-Trauben-Tomatenspieße und Laugengebäck). Dann proben wir: Wie sprechen wir, wo stehen wir, wie klingt was? Anschließend machen wir gemeinsam Pause und legen dann kurz vor acht los. Bis Mitternacht ist die Kirche meistens wieder aufgeräumt, und wir freuen uns auf einen Absacker im „Seeteufel“.
Für die Insta-Wohnzimmerkirche treffen wir uns vier Stunden vorher für den Aufbau, die Probe und eine Pizzapause. Punkt halb neun geht die rote Lampe an und wir sind online.

Ein gutes Team! Lust, miteinander auszuprobieren und zu lernen. Durchhaltevermögen. Genügend Zeit (auch zum Proben). Musiker*innen mit Pop und Laune. Stehlampen, Limonade, am besten ein Sofa. Den Mut, sich selbst ernst zu nehmen. Den Mut, frei zu reden, den Text zu vergessen und über sich lachen zu können.

Gern! Macht mit, macht’s nach, macht’s anders. Und verweist darauf, dass es mittlerweile Wohnzimmerkirchen an vielen Orten gibt – und sehr gern auch auf unsere Webseite.

Wir singen alles, was uns gefällt. Wir suchen inhaltliche Verbindungen bei Bosse, Queen, Westernhagen, Dota Kehr, Sportfreunde Stiller, Danger Dan oder den Beatles. Es gibt Hits, deren Texte nochmal ganz anders leuchten, wenn wir sie in der Kirche singen. Außerdem singen wir Monatslieder, die in den letzten Jahren in der Nordkirche entstanden sind. Alles behutsam begleitet von Gitarre und Bass. Unter der nächsten Frage gibt es Playlists in den Abläufen der vergangenen Ausgaben. Wenn ihr in unseren Wohnzimmerkirchen-Sound hineinhören wollt, klickt auf die Playlist (Spotify oder Music) von Jan und Lars.

Eigentlich haben unsere Abende eine feste Struktur. Manchmal werfen wir die um – wenn etwas anderes besser passt. Wir fangen immer mit Musik an (die läuft schon, wenn die Menschen ankommen) – und mit einer Aktion zum Warmwerden (wir nennen das „Portal“). Wir beten, meistens auf einem musikalischem Klangbett. Wir inszenieren eine Geschichte und sagen, was uns bewegt. Dann kommt der Fragomat ins Spiel: Alle ziehen Fragen und diskutieren in kleinen Tischrunden. Irgendwann gibt es was zu Essen und die Gespräche gehen weiter. Einige wechseln den Tisch, Kinder laufen durch den Raum. Wenn Jan und Lars wieder anfangen Musik zu machen, wird es still. Dann hängen wir unsere Träume in den Raum: eine Insel aus Gebeten, einer Aktion, Musik und Stille entsteht. Am Ende ein Segen, ein großes Tschüss und Prost mit Open End. 



Mai 2024: Urschall
März 2024: Non/Nein/Nö

Februar 2024: Rosa Elefant*in

Dezember 2023: Auf Anfang

Wenn du einen Insta-Account hast, kannst du alle Ausgaben @wohnzimmerkirche nachschauen. Leider ohne die Kommentare, die eigentlich das Beste daran sind. Aber die nächste Insta-Ausgabe kommt in Kürze! Wenn du nicht bei Insta bist, gibt es hier unsere letzte Ausgabe.

Wir sammeln Themen, die uns und andere interessieren (z.B. per Umfrage bei Insta), wägen ab und voten. Und suchen dann nach Titeln, die uns Lust machen und zu denken geben.

Das ist von Mal zu Mal unterschiedlich, aber in der Summe einen hohen dreistelligen Betrag. Wir haben keinen kirchlichen Auftrag, die meisten in unserem Team machen Wohnzimmerkirche in ihrer Freizeit. Die Musiker werden fair bezahlt, das Essen und Trinken für 130 Menschen kostet ca. 400 Euro. Diese Kosten kommen meisten über Spenden wieder rein, zusätzlich sammeln wir am Ende für Initiativen, die mit unseren Themen etwas zu tun haben. Am liebsten für solche, die so nah und regional wie möglich sind. Um die Wohnzimmerkirche zu finanzieren, suchen wir, vor allem für die Musik, nach Sponsor*innen. In diesem Jahr danken wir von Herzen der Pflegediakonie Hamburg. Im vergangenen Jahr war es der Verein Andere Zeiten. Dieser hat uns auch diese Webseite ermöglicht – 1000 Dank!

Schaut mal, es gibt ein paar interessante Blickweisen auf uns:
 Deutschlandfunk, TINA, Loccumer Pelican, feinschwarz.net, Evangelische Zeitung

Unbedingt, das würde uns freuen. Hier unsere Kontoverbindung: 
Kirchengemeinde Ottensen –
 IBAN DE 50 5206 0410 7106 4900 26
 – Evangelische Bank (Spendenzweck: Wohnzimmerkirche) 
Gerne stellen wir eine Spendenbescheinigung aus, wenn du deine Adresse angibst.

Wann kann ich dabei sein?

Siebenmal im Jahr am Freitagabend. Ab 20 Uhr gibt‘s Live-Musik, um halb neun fangen wir gemeinsam an. Alle Themen und Termine gibt’s in unserer Jahresplanung – die passt auf einen Bierdeckel. Unsere nächste Wohnzimmerkirche geht bald los:

Happy Hour

1720211400

Für alle, denen Hamburg gerade zu weit weg ist: Auf Instagram feiern wir drei oder vier Tage später noch einmal.

wiederseh’n!

Hoffentlich bis bald? Wir freuen uns auf euch – in der Christianskirche in Hamburg-Altona oder auf Insta.